Das 1. Bremer BildungsBarcamp sollte als Großveranstaltung im LIS Bremen stattfinden. Durch die Corona-Pandemie haben wir es schnell in eine Online-Veranstaltung umgewandelt. Aber wie geht ein Barcamp online? Wie geht man damit um, wenn man ein neues Veranstaltungsformat (wie ein Barcamp für alle Bildungsbereiche) einführen will und dabei gleichzeitig seine Online-Umsetzung für die eigenen Bedürfnisse neu erfinden muss?
Der Rahmen war schnell klar: Wir machen eine Zoom-Konferenz mit Breakout-Session bzw. auch häufig Breakout-Rooms genannt.
Aber wie verteilen wir echte Menschen auf virtuelle Räume? Wie gehen wir mit dem Prinzip des Barcamps um, dass die Themen vor Ort festgelegt werden und dass sich die Anwesenden vor Ort spontan zuordnen und man zusammen entscheidet, was stattfindet und was nicht? Online konnten wir uns das nicht vorstellen.
Die erste Idee war eine grobe Vorauswahl an Themen. Wir dachten auch, dass wir die Themen auf ein kleine Teilnehmerzahl eingrenzen müssten. Eine Konferenz mit 8 Leuten wird sehr anstrengend. Ein echter Raum verträgt mehr Personen. Am Ende haben wir es dann doch sehr offen gelassen.
3 Wochen vor der Veranstaltung war es soweit. Wir hatten ein beachtliches Team aus Kolleginnen und Kollegen zusammenbekommen. Einige hatten auch noch Sonderaufgaben im Zentrum für Medien oder im LIS aber darum ging es am Ende gar nicht. Wir hatten alle einfach Lust etwas neues zu wagen und an einer neuen (Fort-)Bildungslandschaft zu arbeiten.
Die Vorbereitungen liefen gut, wir haben uns über viele Wochen jeden Mittwoch zu einer Zoom-Konferenz getroffen. Kurz vor der Veranstaltung hatten wir rund 100 Anmeldungen. Auf diese Zahl hatten wir gehofft.
Wir hatten Ideen für 17 Sessions gesammelt und bereits einige Teilgeber im Vorfeld gewinnen können. Der Fokus sollte auf die Veränderungen durch Corona liegen.
Am Freitag, den 10.7.2020 versammelten sich rund 70 Lehrkräfte in einer Online-Konferenz. Die Stimmung war gut, die Moderatoren Andreas Kasche und Thomas Kieckbusch waren gut gelaunt und erklärten, worum es die nächsten 2 Stunden gehen soll.
Das wichtige beim Barcamp sind nicht nur die Sessions, sondern auch die Gespräche beim Kaffeetrinken oder beim Raumwechsel. Das wollten wir auch bei uns integrieren und haben 2 Kaffeegespräche eingeführt. 2 x wurden je 3 Personen zufällig in eine Breakout-Session "geschoben" und konnten sich dort austauschen.
Hier gibt es einige Beispiele von den Dokumentationen der Sessions. Dabei ist zu beachten, dass diese entstandenen Mitschriften nur ein ganz schlichter Eindruck sind. Die Gespräche aus den Sessions sind in der Regel so umfangreich, dass diese nicht so intensiv dokumentiert werden können.
Leitwerte Hybridlernen (pdf, 47.3 KB)
Fachdidaktische Beratung und Ermittlung von Fortbildungsbedarf (FaDiQua) (pdf, 47.4 KB)
itslearning für schulische Admins (Austausch, wechselseitige Beratung) (pdf, 37.7 KB)
Vereinheitlichung von itslearning-Strukturen an Schulen (pdf, 41.5 KB)
In einer offenen Feedback-Frage bekamen wir diese Rückmeldungen:
"Last not least: VIELEN DANK!!
Super Organisation, danke dafür!!
Einziges kleines Manko: die inhaltlichen Slots kamen mir zu kurz vor. So konnte man ein paar Ideen austauschen, aber die konkrete inhaltliche Ausgestaltung blieb auf der Strecke."
"Mir hat der Termin am Freitagmittag gut gefallen - war ein schöner Wochenabschluss."
"Ich fand Grundidee und Konzeption sehr gelungen, aber (auch wenn Andreas den Sinn dessen erklärt hat) die Zeit insgesamt zu knapp. Gerade in unserer Session sind wir über spannende Ansätze kaum hinausgekommen. Natürlich kann man da auch individuell fortsetzen, aber vieles verläuft sich dann doch im Sande, so dass ein vertiefender Austausch, wenn man quasi eh schon mal beisammen ist, doch sehr gut wäre. Ich hätte auch auf jeden Fall noch eine Weile weitermachen können."
"Gerne mehr Zeit nächstes Mal.
Der Sessionblock war zu kurz und dadurch konnte "nur" ein Austausch stattfinden.
Der Austausch war sehr gut, besonders durch die Zufallsgruppen (tolle Idee)."